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	<title>Das Eine und das Andere</title>
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		<title>„Die Mitte“ wie Bottrop? Sicher nicht!</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Apr 2009 10:50:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schrai77</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erfreuliches]]></category>
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		<description><![CDATA[Abweisende Fassade, langweilige Architektur, ideenlos und nur auf kostengünstiges Bauen konzentriert; so wird Berlins neues Einkaufszentrum „Die Mitte“ in den Medien dargestellt. Der Architekturpsychologe Stephan Obenhaus meinte gestern in einem TAZ-Interview, eine solche Fassade wie die des neuen Einkaufszentrums am Alex könnte auch in Bottrop stehen. Damit zu viel der Demütigung! Dem neuen Gebäude im [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=deconthink.wordpress.com&amp;blog=1927437&amp;post=38&amp;subd=deconthink&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal">Abweisende Fassade, langweilige Architektur, ideenlos und nur auf kostengünstiges Bauen konzentriert; so wird Berlins neues Einkaufszentrum „Die Mitte“ in den Medien dargestellt. Der Architekturpsychologe Stephan Obenhaus meinte gestern in einem TAZ-Interview, eine solche Fassade wie die des neuen Einkaufszentrums am Alex könnte auch in Bottrop stehen. Damit zu viel der Demütigung! Dem neuen Gebäude im Herzen Berlins widerfährt Unrecht. Warum? Das zeigt die folgende Betrachtung.</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Es lohnt sich ein genauer Blick auf das neue Gebäude. Denn erst dann erkennt man die Besonderheit dieses baulichen Glanzpunktes der Düsseldorfer Architekten Rhode, Kellermann und Wawrowsky. Von Langeweile und abweisender Wirkung ist nämlich nichts zu merken. Und das nicht nur, weil am Eröffnungstag die Besucher in Massen in den Elektronikpalast mit angegliederten Geschäften strömten. Gerade der sich auf den ersten Blick als Langeweile tarnende Eindruck eröffnet schon beim zweiten Hinsehen die spannenden Facetten der elegant zurückhaltenden Architektur. Schon die Rückwand des Einkaufszentrums setzt neue Maßstäbe im Bereich reduktionistischer Baukunst. Eine schlicht in beige gehaltene, glatt verputzte Fassade kommt ohne weitere Architekturelemente aus. Sie wirkt wie der starke Rücken, der ruhende Pol eines brodelnden Körpers im Zentrum von Berlin.</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Wendet man sich der Front zu, so wird klar: auch diese kann mit schlichter Eleganz und klarer geometrischer Formensprache überzeugen. Sicherlich hätte man auf eine auffälligere Farbgebung und eine verschnörkelte Fassadengestaltung, wie sie das Alexa schräg gegenüber vormacht, setzen können. Aber ein derartiges Ringen um Aufmerksamkeit hat „Die Mitte“ einfach nicht nötig. Der monolithische Baukörper besticht durch geordnete Linien und ein simples, aber damit auch geniales bauliches Konzept.<span> </span></p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Dem sechsgeschossigen Shoppingzentrum gelingt es mit dem Schließen der letzten Baulücke am Alex dessen bauliche Rahmung gelungen zu komplettieren. Der neue architektonische Fels in der Brandung von Touristenmassen verlangt geradezu nach einfachen Formen, um dem tagtäglichen Highlife standhalten zu können. Das Alexa hat es da ja schön einfach. Ein wenig abseits vom Trubel des Massen kann es sich vielerlei bauliche Eskapaden unbekümmert erlauben und muss sich nicht in bestehende Architektur einfügen. Von „der Mitte“ wird da schon mehr verlangt. Nicht nur den Massen gilt es standzuhalten, auch zahlreiche andere Herausforderungen waren zu meistern. Es galt sich in die umliegende Bebauung einzufügen und dennoch modern zu wirken. Eine große Bürde, die mit Bravour gemeistert wurde. Auf überzeugende Weise gelingt die bauliche Anlehnung an die Architektur der Umgebung. Gekonnt, ja fast spielerisch nimmt „Die Mitte“ Farbe und Materialität der anderen Gebäude mit dem Fassadenelement Naturstein auf. Gut, vielleicht sehen die großen Natursteinflächen etwas steril aus, aber vor dem Hintergrund der Herausforderungen muss man den Bauherren Respekt zollen. Alles andere als die zurückhaltende und einfache Gestaltung des Einkaufszentrums wäre eventuell nicht geglückt.</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Auch der Bogen zur Moderne wird ambitioniert gespannt. Zeitgemäße Baumaterialien wie Glas und Metall erzeugen in Kombination mit dem eher altbacken wirkenden Natursandstein eine spannungs- und kontrastreiche Ästhetik. Die Verbindung von Moderne und sozialistischer Bauweise ist, naja, vielleicht nicht direkt gelungen, aber immerhin sichtbar. Ein solcher Brückenschlag gehört sicherlich zu den schwierigsten Aufgaben, mit denen sich Architekten konfrontiert sehen. Daher ist schon allein der Versuch aller Ehren wert. Im Gegensatz zum Alexa ist kein neuer Fremdkörper in der Mitte der Stadt entstanden, was sich als Erfolg bezeichnen lässt. Selbst wenn der ein oder andere von der baulichen Schönheit des Gebäudes nicht überzeugt ist, so gilt es doch den Versuch zu würdigen.</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Abschließend möchte ich die Aufmerksamkeit auf eine weitere architektonische Besonderheit lenken: den semitransparenten Charakter des Gebäudes. Durch die teilverglaste Fassade entsteht der Eindruck von Offenheit und Transparenz. „Die Mitte“ ist damit absolut am Puls der Zeit, zumindest wenn man es mit modernen Bürobauten vergleicht. Sicherlich, mag man jetzt einwenden, „Die Mitte“ ist kein Bürogebäude. Aber dann ist man hier eben neue Wege gegangen. Man kann von Mut sprechen, den die Architekten hier an den Tag gelegt haben, womit der Vorwurf der Langeweile spätestens jetzt entkräftet sein dürfte. Mein persönliches Highlight bleibt allerdings trotz außergewöhnlicher Architektur das Duschbad, das ich bei dem großen Eröffnungsreigen geschenkt bekommen habe. Doch! Sicherlich, „Die Mitte“ überzeugt als Bauwerk! An dieser Stelle seien nur noch mal die Stichworte Herausforderung, Reduktionismus und vielleicht genannt. Aber so ein Duschbad bekommt man nun mal auch nicht alle Tage geschenkt.</span></p>
<br />Veröffentlicht in Erfreuliches  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/deconthink.wordpress.com/38/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/deconthink.wordpress.com/38/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/deconthink.wordpress.com/38/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/deconthink.wordpress.com/38/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/deconthink.wordpress.com/38/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/deconthink.wordpress.com/38/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/deconthink.wordpress.com/38/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/deconthink.wordpress.com/38/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/deconthink.wordpress.com/38/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/deconthink.wordpress.com/38/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/deconthink.wordpress.com/38/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/deconthink.wordpress.com/38/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/deconthink.wordpress.com/38/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/deconthink.wordpress.com/38/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=deconthink.wordpress.com&amp;blog=1927437&amp;post=38&amp;subd=deconthink&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Frau Maass erklärt &#8222;gemäßigt&#8220;</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Mar 2009 11:25:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schrai77</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Moral]]></category>
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		<description><![CDATA[Erst mal zu den harten Fakten: &#8222;Es gibt keine ´gemäßigten` Taliban&#8220;, sagt Afghanistan-Expertin Citha D. Maass von der Stiftung Wissenschaft und Politik im ARD Interview. Der hochverehrte und leider inzwischen weitestgehend wieder von der Bundesbildfläche verschwundene SPDler Kurt Beck hatte diesen Begriff geprägt. &#8222;Gemäßigt&#8220;, nur ein Begriff? Da sollte man lieber vorsichtig sein. Drückt man [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=deconthink.wordpress.com&amp;blog=1927437&amp;post=31&amp;subd=deconthink&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
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<p>Erst mal zu den harten Fakten: &#8222;Es gibt keine ´gemäßigten` Taliban&#8220;, sagt Afghanistan-Expertin Citha D. Maass von der Stiftung Wissenschaft und Politik im ARD Interview. Der hochverehrte und leider inzwischen weitestgehend wieder von der Bundesbildfläche verschwundene SPDler Kurt Beck hatte diesen Begriff geprägt. &#8222;Gemäßigt&#8220;, nur ein Begriff? Da sollte man lieber vorsichtig sein. Drückt man der Brutalotaliban den Stempel der Friedfertigkeit &#8211; naja, das wäre wohl zu viel &#8211; bzw. dann wohl doch eher einfach des Gemäßigtseins auf, so könnte es uns ergehen, wie mit dem Finger und der Hand, sie wissen schon. Reicht man ihnen den kleinen Finger, so nehmen sie gleich die ganze Hand. Also heißt es auf Kurs bleiben, sich hart und erbarmungslos zeigen, damit keinerlei Irritationen über die Stärke und Durchsetzungsfähigkeit der westlichen Besatzer entstehen.</p>
<p class="MsoNormal">Und wer ist dran Schuld, Schuld dass die Friedensbringer, wie schon so oft zuvor, gezwungen werden, mal wieder Härte an den Tag zu legen – wenn auch in diesem Fall nur rhetorischer Art? Hamid Karsai war´s! Der afghanische Präsident war es nämlich, der Kurt Beck den Floh der &#8222;gemäßigten&#8220; Taliban ins Ohr setzte. Aber zum Glück haben wir eine solch integere und intelligente Frau wie Citha D. Maass, die solch rhetorische Verfehlungen wieder ins rechte Licht rücken kann. Sie war zwar &#8222;auch schockiert, als er das damals sagte, weil mir klar war, dass es ´gemäßigte` Taliban nicht gibt&#8220;. Vermutlich wie wir alle. Aber ihr ist es zu verdanken, dass aus dem rhetorischen Fauxpas des ehemaligen Spitzenmannes der SPD nicht mehr werden wird. Denn würden die Taliban dank dieser sprachlichen Verniedlichung mit mehr Nachsicht behandelt werden, nun ja, die Auswirkungen auf den laufenden Friedens-prozess wären kaum ausdenkbar. &#8222;Man darf in diesem Zusammenhang wirklich nicht mit Moralbegriffen operieren, aber den Kampf muss man aus einer Position der Stärke heraus führen&#8220;, erklärt Frau Maass. Problem erkannt, erklärt und gebannt. Den weiteren Verhandlungen mit ausschließlich radikalen Taliban steht nichts mehr im Wege. Und da wir jetzt alle den Wis- sensstand von Frau Maass teilen dürfen, wissen wir auch, &#8222;gemäßigt&#8220; ist in diesem Zusammenhang ein böses Wort. Danke Frau Maass!</p>
<br />Veröffentlicht in Person  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/deconthink.wordpress.com/31/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/deconthink.wordpress.com/31/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/deconthink.wordpress.com/31/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/deconthink.wordpress.com/31/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/deconthink.wordpress.com/31/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/deconthink.wordpress.com/31/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/deconthink.wordpress.com/31/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/deconthink.wordpress.com/31/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/deconthink.wordpress.com/31/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/deconthink.wordpress.com/31/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/deconthink.wordpress.com/31/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/deconthink.wordpress.com/31/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/deconthink.wordpress.com/31/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/deconthink.wordpress.com/31/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=deconthink.wordpress.com&amp;blog=1927437&amp;post=31&amp;subd=deconthink&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Mediendiskussion Teil 2</title>
		<link>http://deconthink.wordpress.com/2008/08/13/mediendiskussion-teil-2/</link>
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		<pubDate>Wed, 13 Aug 2008 15:40:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schrai77</dc:creator>
				<category><![CDATA[Problem]]></category>
		<category><![CDATA[journalismus]]></category>
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		<category><![CDATA[wissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Versuch der Konfusionsauflösung Das Gefühl des Missmutes verdrängt, mache ich mich erneut auf zum Illustrationsversuch eines originär gesellschaftlich unbedeutenden Ereignisses auf seinem Weg zum Medienolymp oder zumindest, um in dem Bild der geomorphologischen Analogien zu bleiben, zu einer medialen Erhebung. Zunächst gilt es die sich bei dem erstmaligen Beitrag auftuende Konfusion, dem Versuch einer Auflösung [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=deconthink.wordpress.com&amp;blog=1927437&amp;post=29&amp;subd=deconthink&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal"><strong>Versuch der Konfusionsauflösung</strong></p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Das Gefühl des Missmutes verdrängt, mache ich mich erneut auf zum Illustrationsversuch eines originär gesellschaftlich unbedeutenden Ereignisses auf seinem Weg zum Medienolymp oder zumindest, um in dem Bild der geomorphologischen Analogien zu bleiben, zu einer medialen Erhebung. Zunächst gilt es die sich bei dem erstmaligen Beitrag auftuende Konfusion, dem Versuch einer Auflösung zu unterziehen. Mit anderen Worten, es gilt Klarheit zu schaffen. Denn Klarheit ist das einzige, was einen auf dem Weg zur Erkenntnis weiterbringt. Doch wie stellt sich Erkenntnis mittels Klarheit ein? Entsprechend der Idee, Objektivität – der ich irgendeine, von mir leider nicht näher erklärbare Verbindung mir den Begriffen Klarheit und Erkenntnis zuschreibe – werde durch eine gemeinsame gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit erreicht, wende ich mich einer gesellschaftlich weithin geteilten Wirklichkeitskonstruktion und somit einem als objektive Methode anerkannten Verfahren zu: der wissenschaftlichen Untersuchung. Meine Idee ist folgende: Den Regeln der quasiobjektiven Wissenschaft folgend, möchte ich versuchen, eine Fallstudie durchzuführen und aus den Ergebnissen dieser Studie gemäß dem gebräuchlichen Prinzip der Induktion eine allgemeingültige Erkenntnis für die Arbeitsweise der Medien abzuleiten. Sollte diese mit den bisherigen allgemeinen Erkenntnissen kompatibel sein, wäre dies auch für mich ein ausreichender Beweis, dass ich mit meinen Ausgangsannahmen falsch liege und mein Projekt in den allerersten Zügen bereits zum Scheitern verurteilt war.</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Daher möchte ich nun das Exempel bemühen, welches eigentlich zur anfänglich geplanten Wegillustration gedacht war und je nach Ergebnis meiner Studie auch wieder als solches dienen kann. Aus Gründen der Aktualität bediene ich mich des Beispiels der Unfälle von Bergsteigern, die in der letzten Zeit vermehrt in den Medien Erwähnung gefunden haben. Besitzt dieses Thema Relevanz? Intuitiv würde ich sagen, zumindest mehr als meine erste Exempelidee, das Phänomen „Eisbärenbabys in deutschen Zoos“, das mit dem geliebten Knut eine Zeit lang einen wahren Medienhype ausgelöst hat. Da dieses allerdings gerade nicht sehr präsent ist, somit keine Aktualität gegeben ist, wäre laut offizieller Definition ein Kriterium für Relevanz nicht erfüllt. Auf das Thema Eisbärenbabys werde ich eventuell an geeigneter Stelle noch zu sprechen kommen. Wichtig erscheint mir für den Moment, dass zur möglichst objektiven Ergebnisfindung die offiziellen Kriterien der Nachrichtenauswahl erfüllt sein sollten. Daher ist mir Aktualität wichtig. Somit zurück zu den Bergsteigerunfällen. Aktualität ist gegeben. Bieten diese aber auch die nötige Relevanz? Aus humanistischen Gründen würde ich dem Tod mehrere Bergsteiger mehr Relevanz zuordnen als den ersten Regungen von Eisbärenbabys. Aber wie gesagt, es handelt sich um eine eher intuitive Feststellung, die dem gestrengen Urteil der Wissenschaft nicht standhalten kann. Da allerdings das Kriterium der Aktualität erfüllt ist, das zweite Kriterium, allgemeines Interesse, Gegenstand der Untersuchung ist, entscheide ich mich für die axiomatische Annahme, dass es sich bei der Auswahl des Analysematerials um ein geeignetes Fallbeispiel handelt.<span> </span><span> </span></p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Also ran ans wissenschaftliche Arbeiten. Wie ging das noch? Ach ja. Zunächst einmal die Forschungsfrage formulieren. Diese lautet: Erfüllt das Thema Bergsteigerunfälle entsprechend eines objektiven Urteils tatsächlich das Kriterium des allgemeinen Interesses oder ist es eher den Nachrichtenrezipienten durch die Medien aufoktroyiert worden? Auffällig ist die rezente Häufung von Ereignissen in diesem Themenbereich, wo zuvor höchst selten von gleichthematischen Nachrichten berichtet worden ist. Deshalb schließt sich hier meine zweite Frage an, nämlich ob tatsächlich diese Ereignisse in einer größeren Häufung auftreten oder ob diesen lediglich mehr Bedeutung zugemessen wird. In einem nächsten Schritt gilt es die zur Beantwortung der Fragen geeignete Methode zu finden. Da es sich um das Thema Medien handelt, was wäre da nahe liegender als es mit einer Medienanalyse zu versuchen. Diese bietet wiederum diverse Verfahren an. Entsprechend des Erklärungsmodells der zweckrationalen Handlungstheorie verhält sich der Mensch als Homo oecomomicus; das heißt der eigene Nutzen ist stets im Vordergrund. Übertragen auf mein Thema würde dies bedeuten, dass das Interesse der Medien gleichbedeutend ist mit Nutzen. Nutzen verstanden als finanzieller Gewinn würde jegliche Objektivität in einen Materialismus auflösen, der wiederum nach subjektiven Kriterien funktioniert. Eine solche Erklärung scheint mir zu viel Einseitigkeit und Einfachheit aufzuweisen, als dass sie als richtig bzw. ausreichend angesehen werden könnte. Wissenschaft ist komplex, bedarf der empirischen Belege; diese Eigenschaften vermag mein Erklärungsansatz nicht zu erfüllen.<span> </span></p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Ich werde es also mit einer anderen Methode versuchen. Doch die Entscheidung für die richtige Methode ist schwerer als gedacht, möchte ich doch ein möglichst objektives, im Sinne von nicht vorab beeinflusstes Ergebnis. Doch zu vorgeprägt und einseitig erscheinen mir die Methoden. So verspricht eine Herangehensweise gemäß positivistischem Theoriehintergrund als Ergebnis die Bestätigung der offiziellen Mediengrundsätze zu liefern. Eine eher konstruktivistische, postmoderne Theorie würde vermutlich eher meinen Eingangsvermutungen Recht geben. Da die Wissenschaft die von mir bereits bei der Wahl des Untersuchungsgegenstands genutzte Möglichkeit des Axioms bereithält, wodurch eine Aussage als unhinterfragbar richtig hingestellt wird, möchte ich mich dieser Möglichkeit auch an dieser Stelle nicht verwehren und entscheide mich für eine eigens kreierte axiomatische Medienanalyse, deren Methodik ich somit als angemessen zur Beantwortung der Forschungsfragen postuliere.</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Was ist wichtig für eine wissenschaftlich empirische Untersuchung? Die Wahl eines ausreichend langen Untersuchungszeitraums und ein gewisser Umfangreichtum des Analysematerials fallen mir spontan ein. Ich möchte Sie, den Leser, nicht mit der langweiligen und zeitintensiven Auswertung des Materials langweilen, sondern nur den Hinweis geben, dass ein Blick auf alle Geschehnisse der Welt unmöglich ist. Dennoch versprechen Nachrichtenagenturen einen ungefähren Einblick in das weltweit wichtigste Tagesgeschehen zu liefern, wenn auch bereits stark selektiert und regional ungleichmäßig gewichtet. Aber immerhin der größte sich uns bietende Umfang an Nachrichten und Informationen. Eine Zahl, auf die ich im Laufe der Auswertung stieß, scheint mir interessant. Lediglich ungefähr zehn Prozent der bereits selektierten Nachrichten finden den Weg in die tägliche mediale Berichterstattung. Mathematisches Können ist gefragt, um bei dem nun folgenden Rechenexempel den Überblick zu bewahren. Wenn also rein hypothetisch bereits nur 80 Prozent aller „wichtigen“ Nachrichten die Agenturen erreichen, davon 90 Prozent keinen Platz in der Medienberichterstattung finden, von den verbleibenden 10 Prozent, wobei allerdings im Hinterkopf behalten werden muss, dass diese sich bereits aus einer nur 20 Prozent aller wichtigen Nachrichten berücksichtigenden Menge an Informationen zusammensetzen, wiederum nur wenige Informationen den Konsumenten wirklich erreichen, dann zeigt sich, nun ja, zumindest dass die Abschätzung von Relevanz ein schwieriges Thema ist.</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Zu diesem ersten Teilergebnis möchte ich den Untersuchungszeitraum in Relation setzten. Jeden Tag diese soeben rechnerisch nachgewiesene Menge an Nachrichten; einen Untersuchungszeitraum von mehreren Jahren zu wählen, käme sisyphus´schen Anstrengungen gleich. Jeden Tag eine Teilmenge bearbeiten, jeden Tag eine neue Teilmenge dazu, ein Ende wäre nicht absehbar. Aber muss der Zeitraum denn wirklich so lang sein? Ich meine nein, schließlich genügt doch einfach ein Blick auf die Agenturmeldungen einiger Tage, an denen nicht von Unfällen von Bergsteigern berichtet worden ist. Diese Herangehensweise führt zu meinem zweiten Teilergebnis. An fast jedem x-beliebig gewählten Tag lassen sich Berichte von Bergsteigerunfällen nachlesen.</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Also doch ein medial eher unbedeutendes Ereignis? Könnte sein, aber ganz sicher bin ich mir nicht. Für ein eindeutiges und zweifelsfrei objektives Ergebnis reicht wohl leider meine Fähigkeit zur wissenschaftlichen Erkenntnisgewinnung nicht aus. Dennoch verspüre ich trotz des Eingeständnisses persönlicher Unzulänglichkeiten vor dem Hintergrund meines Resultats so etwas wie ein schlechtes Gewissen. Mich befällt das Gefühl, die Medien versuchter Weise der Gefahr der Diskreditierung ausgesetzt zu haben. Zudem habe ich auf recht stümperhafte Weise versucht, mich wissenschaftlicher Verfahren zu bedienen, was in den Augen tatsächlicher Wissenschaftler leicht als Missbrauch verstanden werden könnte. Dies war – so möchte ich in aller Deutlichkeit versichern – nicht meine Absicht. Ein wenig Angst bereitet mir mein vermutlich nicht weiter relevantes Ergebnis schließlich auch noch. Was nun, wenn unsere Nachrichten vielleicht gar nicht wirklich relevant sind, vielleicht gar nicht objektiv, vielleicht gar nicht der Wahrheit entsprechen? Das wäre doch schrecklich, worauf sollte man sich dann noch verlassen? Um mir nicht selber gänzlich den medialen Boden unter den Füßen wegzuziehen, möchte ich meine Untersuchung hiermit lieber abschließen. Es gibt Dinge, die sollte man nicht bis in ihre Grundfesten zerlegen und hinterfragen, da sonst eben der Boden, auf dem man so sicher meinte zu stehen, ins Wanken geraten könnte.</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Abschließend fällt mir erneut auf, dass eine Illustration des Weges eines medialen Ereignisses mir auch dieses Mal nicht wirklich gelingen wollte. Zu meiner Entschuldigung: Der Wille war da, der Ergeiz ebenfalls, lediglich an der Ausführung hat es gehapert. Vielleicht doch die falsche Methodenwahl? Wie gesagt, meine wissenschaftliche Arbeitsweise ist verbesserungswürdig und mit ziemlicher Sicherheit existiert die richtige Methode für meinen Untersuchungsgegenstand. Vermutlich habe ich nicht intensiv genug danach gesucht, womit ich noch mal in aller Deutlichkeit darauf aufmerksam machen möchte, dass ich jegliche Schuld von der Wissenschaft abwende, sofern im Eifer des Untersuchungsgefechts der Eindruck entstanden sein sollte, diese halte keine geeignete Methode bereit. Um Sie, meinen hochverehrten Leser, nicht wieder mit Vielleichts und Möglicherweisen auf ein nächstes Mal zu vertrösten, gelobige ich zukünftig eine neue Herangehensweise, die mit absoluter Sicherheit zum Ziel führen wird. Dies kann ich ohne schlechtes Gewissen versprechen; zumindest wenn man davon ausgeht, dass der Weg das Ziel ist. <span> </span></p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">
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		<title>Mediendiskussion Teil 1</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Jul 2008 12:57:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schrai77</dc:creator>
				<category><![CDATA[Problem]]></category>

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		<description><![CDATA[Versuch der Illustration eines Weges Es folgt eine Illustration des Weges, den eine gesellschaftliche Nichtigkeit zu beschreiten in der Lage ist, sollten die Medien für eben diese ein gewisses Interesse in der Gesellschaft respektive Konsumentenschicht ausgemacht haben. Na ja, Nichtigkeit ist vielleicht ein zu hartes Wort; besser ist vielleicht des Begriff unbedeutendes Ereignis, zumindest in [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=deconthink.wordpress.com&amp;blog=1927437&amp;post=26&amp;subd=deconthink&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal"><strong>Versuch der Illustration eines Weges </strong></p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Es folgt eine Illustration des Weges, den eine gesellschaftliche Nichtigkeit zu beschreiten in der Lage ist, sollten die Medien für eben diese ein gewisses Interesse in der Gesellschaft respektive Konsumentenschicht ausgemacht haben. Na ja, Nichtigkeit ist vielleicht ein zu hartes Wort; besser ist vielleicht des Begriff unbedeutendes Ereignis, zumindest in dem Sinne, dass es für das Fortbestehen der Welt irgendeine Bedeutung hätte. Die angekündigte Illustration beruft sich auf folgende, von mir aus persönlichen Erfahrungen und Beobachtungen extrahierte Erkenntnis: Was sich verkauft, ist von Interesse. Was von Interesse ist, ist wichtig. Und wichtig ist alles, was sich verkaufen lässt. So stellen sich für mich einführend die Grundsätze der Medienarbeit dar, die anhand des beispielhaften Werdegangs eines Ereignisses von der Beschaffenheit einer Unbedeutsamkeit veranschaulicht und in ihrer Entwicklung abgezeichnet werden sollen. <span> </span></p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Bevor ich mich in die schriftliche Ausgestaltung eines von mir frei gewählten Ereignisses stürze, möchte ich aus Gründen der Überprüf- und Verifizierbarkeit meiner Selbsterkenntnis, mein individuelles Gedankengebäude mit kollektivem Gedankengut in Form von alternativen und aus definitorischer Sicht gemeinschaftlich geteilten Quellen untermauern – nur um sicher zu gehen. Diesen Schritt unternehme ich weniger aus persönlicher Unsicherheit oder Selbstzweifeln an meinen Feststellungen zum Thema Medienarbeit, sondern eher, um einem eventuell nach nachvollziehbareren, „objektivierten“ Beweisen strebenden Leser zu beruhigen; quasi als Beweis, dass meine Erkenntnisse nicht einfach aus der Luft gegriffen sind. Eine Beweisführung entfaltet sich oftmals an der Übereinstimmung mehrerer Stimmen oder Meinungen auf einen gemeinsamen Nenner, auf eine allgemeingültige Definition. Also gilt es eine der wichtigsten Aufgabe des Journalisten auszuüben, die Recherche, um eben diese Allgemeingültigkeiten ausfindig zu machen. Und siehe da, schon nach dem Anrecherchieren des Themas „Mediengrundsätze“ eröffnen sich gravierende Unterschiede zwischen meinem Erklärungsversuch und den vermeintlich offiziellen Prämissen der Medienarbeit. So schnell ist der als Routineeingriff geplante Verifizierungsakt zu einem mein Illustrationsprojekt schon in den Grundfesten erschütterndes und gefährdendes Unterfangen mutiert.</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Bevor ich mich also dem eigentlichen Projekt zuwenden kann, gilt es zunächst mal, die sich auftuenden Diskrepanzen unter die Lupe zu nehmen. Sollten meine Eingangs geäußerten Überlegungen falsch sein? Sollte meine Textidee sich somit selber als Nichtigkeit herausstellen? Schritt eins sollte daher in der Wiedergabe der „offiziellen“ Version von Mediengrundsätzen bestehen. Laut Recherche erscheint das wichtigste Prinzip eine möglichst objektive Berichterstattung über gesellschaftsrelevante Themen zu sein. Den Medien soll eine informierende Funktion über relevante Ereignisse zukommen. So könne beispielsweise der Leser einer Tageszeitung sich gewiss sein, nach der Lektüre seines Blattes über das wesentliche Tagesgeschehen unterrichtet zu sein. Aber wie erreicht man Objektivität? Wie beurteilt man die Relevanz eines Themas? Auch diese Fragen lassen sich nach der Recherche eindeutig beantworten. Die Relevanz ergibt sich aus dem allgemeinen Interesse plus der Aktualität eines Sachverhaltes. Die Objektivität ist durch die Richtigkeit der Fakten, also die Genauigkeit der Recherche, die Vollständigkeit der Informationen und den Verzicht auf Wertung und Kommentierung, außer diese wird explizit als solche kenntlich gemacht, gewährleistet.</p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Mit diesen Leitlinien erlegt sich der Medienschaffende eine hohe Bürde auf, so finde zumindest ich. Aber diese Grundsätze gewährleisten immerhin zweierlei. Zum einen eine Verwirklichung oder zumindest Annäherung an die Prinzipien von Objektivität und Relevanz und daraus folgend eine quasi moralische, weil überindividuelle Informationsinstanz, die einem Publikum Fakten und nicht Meinungen zu präsentieren in der Lage ist. Die Meinung kann sich somit ein jeder selbst bilden. Soviel zu den „hard facts“, die ich hoffentlich richtig wiedergegeben und interpretiert habe. Kurze Zweifel, da meine Interpretationsgabe bereits bei der Einführung des Textes zu versagen gescheint hat, möchte ich an dieser Stelle unter dem Teppich kehren; nicht um ihnen aus dem Weg zu gehen, sondern um mich diesen an geeigneterer Stelle zu widmen.<span> </span></p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Etwas paradox erscheinen dann aber doch einige Sätze, die sich mir bei weiterem Lesen in den Weg stellen. Da heißt es beispielsweise sinngemäß, also dem Sinn nach, den ich erneut hoffe erfasst zu haben: Damit Aussagen objektiv erscheinen, muss eine gemeinsame gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit gegeben sein. Vermutlich weiß ein Medienprofi, was damit gemeint ist. Ich, der noch als Amateur der Schreibenden Zunft zu bewerten bin, kann diesen Satz leider nicht in der Gänze seiner Aussagekraft begreifen. Aber vielleicht stellt sich im Laufe der Jahre bei mir auch noch ein höherer Grad an Professionalität ein, der es mir ermöglicht, solche Aussagen eindeutig zu verstehen. Weiter geht es mit einer Aussage zum Thema „Nachrichtenselektion“. Erkenntnisinteresse des Journalisten ist die Beschreibung und Erklärung singulärer Ereignisse, die aus der Perspektive des Systems relevant sind. Die Perspektive des Systems, schon wieder so ein Ausdruck, der sich mir nicht wirklich erschließen will.<span> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span> </span></p>
<p class="MsoNormal">Die Konfusion wird noch größer, als ich aus meinem Hinterkopf wieder meine eigenen Mediengrundsätze hervorkrame. Statt der Auflösung von Diskrepanzen driften meine eigens gewonnenen und die allgemeingültigen Grundsätze der Medienarbeit immer weiter auseinander. Missmut stellt sich ein, der sich in dem Moment noch vergrößert, in dem ich feststelle, dass ich kontinuierlich an meinem eigentlichen Thema vorbei schreibe. In der Schule wäre dieser Text damit eine glatte fünf – Thema verfehlt. Was für ein Glück, dass diese Zeiten vorbei sind. Daher ist es mir möglich, unter Missachtung des Prinzips der Relevanz &#8211; denn relevant kann ein am eigentlichen Thema vorbeigehender Text mit Sicherheit nicht sein &#8211; diesem das Prinzip der künstlerischen Freiheit entgegen zu setzen. Prinzipiell ist dies sicherlich keine professionelle Arbeitsweise, aber als Amateur sei mir dieser Dilettantismus verziehen. Ein weiterer Dilettantismus wird mir gerade klar. Recherchiert habe ich zwar, allerdings die Angaben nicht mit Quellen belegt. Somit genügt dieser Text nicht nur keinen journalistischen Ansprüchen, sondern ebenso keinen wissenschaftlichen. Gefühlsmäßig stehe ich vor einem Scherbenhaufen. Der ganze Text scheint umsonst. Alle offiziellen Prinzipien missachtet. Ich tröste mich mit den Worten: Ich übe ja auch noch! Und deshalb gebe ich an dieser Stelle nicht gänzlich auf, sondern erlaube es mir, die werte Leserschaft auf eine Fortsetzung dieses Textes in einem nicht näher definierten Zeitraum zu vertrösten, wobei ich mich &#8211; auch wenn ich es nicht mit Sicherheit versprechen möchte; sagen wir, ich verspreche es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit &#8211; dem eigentlichen Thema, der Illustration des Weges widmen werde. Mit dem Gefühl von Missmut im Bauch lässt sich schlecht weiter schreiben. Deshalb werden Sie sicherlich verstehen, dass ich jetzt aufhören möchte. Wieso Sie das nächste mal weiter lesen sollten, wo doch schon dieses mal keine Information verbreitet worden ist? Schwer zu sagen. Vielleicht, weil Sie sich für mein Schicksal interessieren, meine möglichen Fortschritte? Aber vielleicht auch, weil sich das nächste mal eine objektive Erkenntnis bei mit einstellen wird und die Illustration des Weges, die versprochener Weise äußerst interessant ist, ihren Verlauf nehmen wird. Vielleicht aber auch, weil das Wesen der Information nicht in der Information selber steckt. Oh, jetzt verwirre ich mich selbst! Schluss, aus! Auf ein nächstes Mal!<span> </span></p>
<p class="MsoNormal">
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		<title>„Selten so gelacht“</title>
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		<pubDate>Fri, 04 Jul 2008 11:37:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schrai77</dc:creator>
				<category><![CDATA[Problem]]></category>
		<category><![CDATA[Doppelmoral]]></category>
		<category><![CDATA[Ethnozentrismus]]></category>
		<category><![CDATA[Moral]]></category>
		<category><![CDATA[Neokolonialismus]]></category>
		<category><![CDATA[Paternalismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Westen im Umgang mit afrikanischen Angelegenheiten Die Tagesschau gilt seit jeher als Aushängeschild im Bereich der Medien. Kompetent, wertfrei, objektiv. Doch was müssen meine Augen auf der Homepage dieser Rundfunkanstalt entdecken. Einen Kommentar von Wim Dohrenbusch vom ARD-Hörfunkstudio in Nairobi zum Verhalten der Afrikanischen Union (AU) gegenüber Robert Mugabe. Der amtierende zimbabwische Präsident hat [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=deconthink.wordpress.com&amp;blog=1927437&amp;post=24&amp;subd=deconthink&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal">
<h3><span class="topline">Der Westen im Umgang mit afrikanischen Angelegenheiten</span></h3>
<p class="MsoNormal"><span class="topline"> </span></p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Die Tagesschau gilt seit jeher als Aushängeschild im Bereich der Medien. Kompetent, wertfrei, objektiv. Doch was müssen meine Augen auf der Homepage dieser Rundfunkanstalt entdecken. Einen <span class="topline">Kommentar von Wim Dohrenbusch vom ARD-Hörfunkstudio in Nairobi zum Verhalten der Afrikanischen Union (AU) gegenüber Robert Mugabe. Der amtierende zimbabwische Präsident hat sich nach umstrittener Stichwahl erneut zum Staatsoberhaupt des Landes erklärt. Beginnend mit den Worten „eine Clique von Ignoranten&#8230;“ schreibt Dohrenbusch weiter: „Selten so gelacht“. Damit bezieht er sich auf die Unfähigkeit der AU, die sich für ihn aktuell in der von der EU geforderten Zurechtweisung von Mugabe manifestiert. Er wirft der AU Tatenlosigkeit, Handlungsunfähigkeit und Versagen vor. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span class="topline"> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span class="topline">Ein Kommentar, nun gut, „nur“ ein Kommentar! Kein Grund zur Aufregung! Dennoch, diese beschwichtigenden Worte zeigen keine Wirkung. Auch ein Kommentar definiert sich über bestimmte Regeln. Argumentation, abwägen, Meinung als plausibel konstruieren&#8230; Es geht nicht darum, Dohrenbuschs Vorwürfe zu entkräften, zu widerlegen oder zu behaupten, die AU wäre eine tatkräftige und konfliktlösende Institution. Es geht lediglich darum, Dohrenbuschs einseitigem Schmalspurdenken ein wenig mehr Kommentarcharakter zu verleihen. Denn um einen Kommentar per definitionem handelt es sich sicherlich nicht; eher um eine Verurteilung, die leichte Anleihen einer Hasstirade in sich birgt. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span class="topline"> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span class="topline">Folgendes Denken zeichnet sich hinter den Worten Dohrenbuschs ab. Der Westen weiß, was gut für die afrikanischen Staaten ist, hat Moralität, Humanismus und Friedfertigkeit für sich gepachtet und versucht deshalb, diesen unterentwickelten Staaten ihr Handeln zu diktieren. In westlicher Imagination einer Überlegenheit eine folgerichtige Handlung. Der unterentwickelte Afrikaner bekommt seine Probleme mal wieder nicht in den Griff. Da muss der Westen doch einschreiten &#8211; denkt sich der Westen &#8211; , sich einmischen, um der Menschlichkeit, des Wohles des zimbabwischen Volkes willen. In meine Sprache übersetzt, heißt das, der Westen verharrt in Strukturen von Paternalismus, Ethnozentrismus und Neokolonialismus. Bezüglich des westlichen Moralismus nur eine konterkarierende Anmerkung. Wie kürzlich erst wieder durch eine neue Studie ins Gedächtnis gerufen, ist beispielsweise das ach so moralische Deutschland ganz vorne dabei bei den weltweiten Waffenexporten &#8211; die USA konnten sie natürlich nicht von ihrem Spitzenplatz verdrängen. Der sich vordergründig um Frieden und Gerechtigkeit in der Welt bemühende Westen, ist um gute Geschäfte nie verlegen. Moral kann man offenbar selektiv anwenden sowie aussetzen.<span> </span></span></p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal">Wieso sollte also dieser selektiv moralische Westen, hier exemplarisch durch die Person Dohrenbusch vertreten, sich dazu berechtigt fühlen, anderen Ländern oder Gemeinschaften „falsches“ Handeln zu attestieren? Vielleicht bringt der politische Sprecher Mugabes, George Charamba, wenn auch etwas polemisch es aber inhaltlich dennoch auf den Punkt, wenn er sagt, die westlichen Staaten hätten „keinen Anspruch“ auf Mitbestimmung in Zimbabwe und deren Politiker sollten „zur Hölle fahren“.</p>
<p class="MsoNormal"><span class="topline"> </span></p>
<br /><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/deconthink.wordpress.com/24/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/deconthink.wordpress.com/24/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/deconthink.wordpress.com/24/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/deconthink.wordpress.com/24/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/deconthink.wordpress.com/24/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/deconthink.wordpress.com/24/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/deconthink.wordpress.com/24/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/deconthink.wordpress.com/24/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/deconthink.wordpress.com/24/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/deconthink.wordpress.com/24/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/deconthink.wordpress.com/24/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/deconthink.wordpress.com/24/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/deconthink.wordpress.com/24/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/deconthink.wordpress.com/24/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/deconthink.wordpress.com/24/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/deconthink.wordpress.com/24/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=deconthink.wordpress.com&amp;blog=1927437&amp;post=24&amp;subd=deconthink&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Trend, Hype und andere Individualismen</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Jun 2008 12:59:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schrai77</dc:creator>
				<category><![CDATA[Problem]]></category>
		<category><![CDATA[Ökonomie]]></category>
		<category><![CDATA[Individualität]]></category>
		<category><![CDATA[Marketing]]></category>
		<category><![CDATA[Werbung]]></category>

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		<description><![CDATA[Kaum aufgetaucht ist er schon auf dem Höhepunkt seiner Existenz; und ein Augenzwinkern weiter bereits wieder in den Tiefen der Unbedeutsamkeit verschwunden. Ein neuer Trend ist schnell entstanden, breitet sich in Lichtgeschwindigkeit zum überall angesagten Megahype aus und ist ebenso schnell wieder untergetaucht. Entgegen diesem Strom zu schwimmen, scheint fast unmöglich. Die von jedem für [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=deconthink.wordpress.com&amp;blog=1927437&amp;post=22&amp;subd=deconthink&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;">
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;">
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;">Kaum aufgetaucht ist er schon auf dem Höhepunkt seiner Existenz; und ein Augenzwinkern weiter bereits wieder in den Tiefen der Unbedeutsamkeit verschwunden. Ein neuer Trend ist schnell entstanden, breitet sich in Lichtgeschwindigkeit zum überall angesagten <span lang="EN-US">Megahype</span> aus und ist ebenso schnell wieder untergetaucht. Entgegen diesem Strom zu schwimmen, scheint fast unmöglich. Die von jedem für jedes beanspruchte Individualität ist Schein; Individualität goes Massentauglichkeit. Jede Idee und jeder Ausdruck von Individualität wird von einer Marketingmaschinerie aufgegriffen und in Cash umgewandelt. Es funktioniert vorzüglich.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;">
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;">Auf der Strecke bleibt dabei nur die um Andersheit ringende Person, die sich in Nischen aufhalten muss, die leider schnell entdeckt werden können. So schleicht der sich echter Individualität Verschriebene von einer Nische zur nächsten. Immer auf Flucht, immer mit der Angst lebend, von dem Ungeheuer Vermarktung entdeckt und ausgesaugt zu werden. Ein Leben in ständigem Wandel. Sobald man einen Eindringling in seine Nische ausgemacht hat, gilt es die Strategie des Chamäleons anzuwenden. Farbe wechseln, neue Nische finden und hoffen, sobald nicht wieder als Trendgeber herhalten zu müssen. Es heißt immer achtsam zu sein, die Gefahr lauert überall. Jedes noch so verrückte Outfit, jede noch so verrückte Idee, schier alles ist von dieser Gefahr bedroht, die sich Vermarktung nennt. Massentaugliche Besonderheit wird zum alles beherrschenden Label. Kollektive Einzigartigkeit, die sich durch kollektive Gleichartigkeit auszeichnet. Echte Individualität prallt auf Vermarktungspseudo-individualismus und vermischt sich zur Unkenntlichkeit. Bald weiß keiner mehr, wer anders ist, wer trendy. Alle sind anders, keiner ist anders. Was ist Selbstausdruck und was Massengut? Eine <span lang="EN-US">Independent-</span>Kultur, die sich der Vermarktung hingibt und nur noch als Label und Werbestrategie fungiert. Da wird schnell mal ein alternativer Ort als massentauglicher Treffpunkt für einen Underground beworben, der inzwischen so undergroundig ist, dass er seinen Weg in die Werbung gefunden hat. Aber dies hat sicherlich auch sein Gutes. Immerhin wird somit eine alternative Szene einer viel größeren Gruppe von Menschen zugänglich. <span> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;">
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;">Früher? War früher wirklich alles besser? Zumindest einfacher, weil eindeutiger. In meiner Jugend, da gab es sie noch, Nirvana, die eine große Band, die den Nerv einer ganzen Generation traf, die Probleme aller Jugendlichen zum Ausdruck brachte. Da gab es ihn noch, Pulp Fiction, den einen Film, den die ganze Generation gesehen hat und kollektiv zum Kultstreifen ihrer Jugend erklärte. <span> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;">Genau dies könnte der entscheidende Unterschied sein, dieses „erklärte“. Es war kein gemachtes Phänomen, sondern ein entstandenes. Keine Werbung, die einem vermittelte, dass dies der neue Film des Jahres sein könnte, einer von bestimmt weiteren zwanzig folgenden Filmen des Jahres. Schon am Anfang des Jahres scheint die heutige Marketingmaschine zu wissen, was am Ende des Jahres das absolute Highlight, der Blockbuster, das Kinoereignis des Jahrzehnts gewesen sein wird. Die Tatsache, dass die zum reinen Konsumenten verkommene Person diese Weisheit in ständiger Wiederholung vermittelt wird, scheint nicht zu stören. Ist der Mensch inzwischen so degeneriert, dass ihm solche Widersprüchlichkeiten gar nicht mehr auffallen oder schlimmer noch, diese zwar irgendwie wahrgenommen, aber nicht reflektiert werden? Der allwissende und immer die Wahrheit sagende Gott Marketing würde einen schon auf etwaige Diskrepanzen und Unrichtigkeiten hinweisen. Ebenso sagt er einem, was wir gut finden sollen und was wir brauchen. Der Mensch als unmündiges, seelenloses und biegsames Wesen. Somit gut, dass einer die Aufgabe des Wegweisens übernimmt. Ob sich Gott wie in früheren Tagen im Angesicht der Religion offenbart oder wie heute im Angesicht des Marketing. Hauptsache ist doch, dass er da ist. Der Mensch immerhin scheint die Gebote der neuen Religion Ökonomie inzwischen verinnerlicht zu haben. Entsprechend der marktwirtschaftlichen Idee vom Ressourcen schonenden Einsatz von Energien, überlässt er anderen den Kräfte raubenden Prozess des Nachdenkens. Schön, wenn sich um einen gekümmert wird. Zuwendung suchen wir doch alle irgendwie. Und wenn diese dann gleich derart ubiquitär &#8211; um kurz im marktwirtschaftlichen Jargon zu verweilen &#8211; vorhanden ist, umso besser.<span> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;">
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;">Problematisch wird es dann, wenn es sich bei der Fülle an Überangebot zu entscheiden gilt. Schließlich ist es unmöglich geworden, alle Angebote wahrzunehmen. Aber wie das richtige auswählen? Eine Strategie könnte die absolute Zufälligkeit sein. Denn der Mensch, inzwischen zu jeglicher Entscheidungsfindung unfähig, irrt ziellos im Dickicht des Angebots umher. Was mag er, was mag er nicht? Die Werbung sagt ihm: „Du magst alles. Du brauchst alles.“ Täglich sieht Mensch sich fünf neuen Superbands, zwei Kinostreifen mit absolutem Kultpotential, drei neuen Szenekneipen und einem neuen Klamottentrend ausgesetzt. All dem zu folgen bedarf einer Anstrengung, die unmenschlich anmutet. Dennoch nehmen einzelne Exemplare unserer Spezies diese Anstrengung auf sich und legen dabei eine Leistungsfähigkeit an den Tag, die mich verwundert dreinblicken lässt. Mir, als diesbezüglich weniger leistungsfähigem Exemplar, bleibt nur die Hoffnung, dass meine Untrendigkeit vielleicht morgen schon der neue Trend ist. Meine Jogginghose hat diesen Siegeszug schon angetreten. Einst auf die Couch des heimischen Wohnzimmers verbannt, ist sie inzwischen fester Bestandteil einer hippen Jugendkultur geworden, der ich anscheinend ohne mein Zutun jetzt angehöre. Gilt es nur noch zu realisieren, dass meine Jogginghose den Weg in die Freiheit gefunden hat und ich ohne schlechtes Gewissen die mir so wichtige Bequemlichkeit in die Öffentlichkeit tragen kann.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;">
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;">Also eine tolle Sache diese Trends, muss ich abschließend feststellen. Wo ich zwischenzeitlich noch dachte, diese würden einem etwas nehmen, hätten nur schlechte Eigenschaften, so muss ich festhalten, dass sie ebenso ermöglichender Natur sind und zwar ohne dass ich irgendetwas dafür machen muss. Wunderbar! Oder liege ich doch falsch? Kann ich nicht sagen. Alles so verwirrend. Alles zu viel. Ach, ich will meine eine Kultband zurück, den einen Blockbuster des Jahres im Kino gucken und vielleicht doch lieber meine Jogginghose weiterhin in den eigenen vier Wänden tragen.</p>
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		<title>Reichenreport Teil 1 &#8211;</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Jun 2008 11:07:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schrai77</dc:creator>
				<category><![CDATA[(A)Soziales]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitslosigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[arm]]></category>
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		<category><![CDATA[sozial]]></category>
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		<description><![CDATA[&#8230;man muss sich schließlich nicht immer an dem Schlechten orientieren Albert G., braungebrannter Sonnyboy, Mitte 50, graue, lockige Haare, Oberlippenbart, das schneeweiße Designerhemd lässig bis zum Bauchansatz aufgeknöpft, die goldene Rolex tritt immer wieder wie selbst- verständlich in das Blickfeld. Ob er sich für einen Frauen- schwarm halte, diese Beurteilung überlasse er anderen. Gut sehe [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=deconthink.wordpress.com&amp;blog=1927437&amp;post=20&amp;subd=deconthink&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>&#8230;man muss sich schließlich nicht immer an dem Schlechten orientieren</h3>
<p class="MsoNormal" style="margin-left:18pt;">
<p class="MsoNormal" style="margin-left:18pt;">Albert G., braungebrannter Sonnyboy, Mitte 50, graue, lockige Haare, Oberlippenbart, das schneeweiße Designerhemd lässig bis zum Bauchansatz aufgeknöpft, die goldene Rolex tritt immer wieder wie selbst- verständlich in das Blickfeld. Ob er sich für einen Frauen- schwarm halte, diese Beurteilung überlasse er anderen. Gut sehe er schon aus, Geschmack habe er auch, sicherlich gibt es einige Frauen, die sich zu ihm hingezogen fühlen. Aber diese Feststellungen beruhen lediglich auf einem gesunden Realismus, aber Frauen- schwarm &#8211; ein süffisantes Lächeln in seinen Wundwinkeln sagt nein. Neben ihm seine Frau Elisabeth, ebenfalls adrett und markenbewusst gekleidet, auffällig geschminkt, blonde, dauergewellte Haare, Schmuck behangen. Beide verbringen mal wieder ein Wochenende in der europäischen Luxusmetropole Cannes, welche nicht nur zur Zeit der Filmfestspiele ein Mekka der Schönen und Reichen ist, ein El Dorado für Modebewusste und ein Präsentationspflaster für alles was schön und teuer ist. Die Flaniermeile Boulevard de la Croisette bietet eine Luxusboutique neben der anderen, „near by near“, wie sich Albert in bestem, mit Anglizismen angereicherten Managerdeutsch auszudrücken pflegt. Ein Mann von Welt eben, dem das Englische eben so leicht und akzentfrei über die Lippen geht, ebenso natürlich erscheint, wie das geschminkte Gesicht seiner Gattin.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin-left:18pt;">
<p class="MsoNormal" style="margin-left:18pt;">Wir haben auf der Terrasse ihres Wochenenddomizils Platz genommen und Albert erzählt von seinem für ihn bescheidenen Reichtum, während im Hintergrund wieder mal eine der unzähligen Jachten den Hafen anläuft. Dem mit weißen Schiffsrümpfen verzierten Erscheinungsbild des Hafens nach zu urteilen, sind diese schwimmenden Luxusbehausungen, deren monatlicher Unterhalt ein Jahresgehalt der meisten Menschen bei weitem über- steigen dürfte, in Cannes äußert beliebt. Albert G. besticht durch ein fundiertes Fachwissen über Kosten für Anschaffung und Unterhalt von Jachten. Und auch wenn sich Albert selbst eine solche Jacht nicht leisten kann, so ist er sich dennoch sicher, dass dieses Domizil der Reichen genau der richtige Ort für ihn ist. Nicht nur das finanzielle Kapital ist es, welches hier zählt. Es geht auch darum, einen bestimmten Habitus, ein bestimmtes Verhalten an den Tag zu legen. Von Bedeutung ist ein gewisses geistiges Kapital, welches sich in Cannes in einem breiten Wissen über Preise von Gütern des Luxussegments ausdrückt. Status definiert sich hier nicht nur über Kaufkraft und Vermögen, sondern auch über Schein. Statussymbole kennen, erkennen und präsentieren, dass sind die drei wesentlichen Eigenschaften, mit denen ein sich zur Klientel der Reichen zugehörig Fühlender auskennen sollte.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin-left:18pt;">
<p class="MsoNormal" style="margin-left:18pt;">Anstelle einer Luxusjacht leistet sich Albert eine Ehefrau. Etwas billiger, aber dennoch repräsentativ. Genauso wie sein Auto sei sie etwas, auf das er stolz sein möchte. Daher sieht er Elisabeth gerne in den neusten und teuersten Kleidern verschiedener angesagter Modedesigner. So zeigt es sie gerne vor; und sie lässt sich auch gerne vorzeigen. Kein Protest bei der Anmerkung ihres Mannes, sie sei sein persönliches Statusobjekt. Nun gut, sie ist eigentlich ein Subjekt, aber da wo das Geld fließt, nimmt man diese Unter- schiede nicht so genau. Schließlich dient dieses Arrangement Ehe beiden zum Vorteil. Elisabeths Passion ist es, sich ständig die neusten Mode- und Schmuck- kreationen zu kaufen. So gesehen eine äußert gelungen Mann-Frau-Kooperation.<span> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-left:18pt;">
<p class="MsoNormal" style="margin-left:18pt;">Cannes scheint der Himmel auf Erden zu sein, sofern man sich für Geldausgeben, Markenartikel und andere dekadente Freuden des Lebens begeistert. Ein gewisser Stolz macht sich bei Albert, dem millionenschweren Unternehmer aus der Ruhrgebietsstadt Witten, bei der Erzählung breit, wie er es geschafft hat Teil dieser vermögenden und privilegierten Elite zu werden. Im wurde der Reichtum nicht in die Wiege gelegt. Gut, sein Vater besaß bereits die Firma, aber was er daraus gemacht hat, hätte sich sein alter Herr vermutlich nie träumen lassen. Ein Erfolgsmensch ist Albert G., ein Macher, einer der es geschafft hat. Deshalb ist sich Albert G. klar, hier nach Cannes gehört er hin, zu den Erfolgsmenschen, zu Seinesgleichen. Und auch wenn er nicht zu den Reichsten der Reichen zählt, so schätzt er sich doch glücklich, unter diesen zu weilen. So unendlich mal viel besser als im Ruhrpott unter den neidischen Blicken der armen Bevölkerung dahin zu vegetieren. Schließlich ist es nicht seine Schuld, dass die Armen arm sind. Jeder hat die Möglichkeit reich zu sein; es Bedarf lediglich ein bisschen Mühe, Köpfchen und Durch- haltevermögen. Er hat es doch auch geschafft. Wenn sich andere so anstrengen wie Albert, dann wird es vielleicht noch etwas, mit dem Aufstieg.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin-left:18pt;"><span> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-left:18pt;">Verständnis hat Albert für die jungen Neureichen, die in den Clubs der Stadt sich eine Flasche des besten Champagners bestellen, um sie wild schüttelnd bei einer ausgelassen Party über die anderen jungen und ebenfalls reichen Gäste zu spritzen. Es ist eine Frage des Stils, nicht des Verstehens. Und Stil muss man eben haben. In diesem Kontext ist es folgerichtig, dass man 2500 Euro für eine Flasche Champus ausgibt, die man nicht trinkt, sondern ausschüttet. Dies ist für Albert nicht Ausdruck von Dekadenz, sondern von einem bestimmten Lebens- gefühl. Man muss einfach dazu gehören, um es zu verstehen. Daher fällt es den armen Menschen in seiner Heimatstadt so schwer, seinen Lebensstil zu verstehen. Stattdessen ergehen sie sich in Neid. Was einem bleibt ist Abgrenzung von diesen Andersartigen. Und eine auf Stadtgröße ausgedehnte Gated Community für Leute seines Schlags, schafft dafür den idealen Ausgrenzungs- lebensraum. Ein besonderer Ort für besondere Menschen.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin-left:18pt;">
<p class="MsoNormal" style="margin-left:18pt;">Ob er sich vorstellen kann, dass eine Verbindung zwischen seinem Reichtum und der Armut anderen Menschen besteht? Das hält Albert G. für mediale Meinungsmacht, für eine Taktik von Personen, die nicht seinen Ergeiz an den Tag legen und über ihre selbst verschuldetet Lebenslage hinwegtäuschen wollen, indem sie Personen wie ihn angreifen und mit Vorurteilen und Verurteilungen übersäen. Gemäß der amerikanischen Philosophie vom Tellerwäscher zum Millionär kann es jeder schaffen, so meint Albert. Eine Welt, in der es nur reiche, zufriedene und sorgefreie Menschen gibt, ist demnach möglich. Aber wenn alle reich sind, sind dann auch nicht alle gleichzeitig arm? An dieser Frage wird das Verharren in armen Denkstrukturen deutlich, sich Gedanken zu machen über alle möglichen Dinge. Diese Belastung fällt in der Welt der Reichen weg. Denn wenn man seine Geschäfte profitabel führt, ist einem jegliches kritisches sinnieren über die Welt abgenommen. Wer reich ist, ist reich; alle Probleme schwinden dahin, die Welt wird zu einem Ort von Frieden und Zufriedenheit. Paradiesisch. Also gilt es ein bisschen mehr wie Albert zu werden, ein bisschen mehr Macher, ein bisschen mehr Erfolgsmensch.<span> </span><span> </span><span> </span><span> </span></p>
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		<title>Den Bogen überspannt</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Jan 2008 16:17:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schrai77</dc:creator>
				<category><![CDATA[Person]]></category>

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		<description><![CDATA[Was ist dem Bürger zuzumuten? Diese Frage scheint die Politik in zahlreichen Entscheidungen tagtäglich auszuloten. Roland Koch, hessischer Ministerpräsident, geht jetzt noch einen Schritt weiter. Was ist Politikern und insbesondere Parteifreunden zuzumuten? Die hessische Landtagswahl möchte Koch um jeden Preis gewinnen. Dies war auch schon im Vorfeld seiner Wahlkampagnen klar &#8211; Wahlkampagnen, bei denen ich [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=deconthink.wordpress.com&amp;blog=1927437&amp;post=18&amp;subd=deconthink&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;margin:0 0 0.0001pt;">
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;">Was ist dem Bürger zuzumuten? Diese Frage scheint die Politik in zahlreichen Entscheidungen tagtäglich auszuloten. Roland Koch, hessischer Ministerpräsident, geht jetzt noch einen Schritt weiter. Was ist Politikern und insbesondere Parteifreunden zuzumuten? Die hessische Landtagswahl möchte Koch um jeden Preis gewinnen. Dies war auch schon im Vorfeld seiner Wahlkampagnen klar &#8211; Wahlkampagnen, bei denen ich mir nicht sicher bin, ob ich sie eher innovativ, experimentell, unorthodox oder paradox nennen soll. Seine Idee eines verschärften Umgangs mit straffällig gewordenen Jugendlichen, die einen Migrationshintergrund aufweisen, – eine schwierige Begrifflichkeit – wurde von Parteigenossen und vor allem der für zünftige Worte bekannten bayrischen CSU noch unterstützt. Mit seinem neusten Vorstoß scheint Koch allerdings den Bogen überspannt zu haben. Sich möglicherweise schon als sicher wiedergewählter Ministerpräsident wähnend, dachte er sich wohl noch einen drauf setzen zu können. Dies ging allerdings ein wenig nach hinten los. Vielleicht weil schon der genannte erste Vorstoß g<span class="MsoCommentReference"><span style="font-size:8pt;display:none;"><span> </span></span></span>renzgängig gewesen ist, vielleicht auch weil der Union in einer geschlossenen Front der übrigen Parteien Rechtspopulismus und versuchter Stimmenfang im rechten Lager vorgeworfen worden ist. Jedenfalls zog die Union bei dem neuen Vorschlag, die Strafmündigkeit für Kinder unter die bisherige Grenze von 14 Jahren herabzusetzen, nicht mit.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;">Ob diese Reaktion Koch überrascht hat oder nicht, sei einmal dahingestellt. Für ihn besteht jedenfalls die Dringlichkeit, infolge einer sich erhöhenden Zahl von Gewaltdelikten bei Jugendlichen zu reagieren. Doch woher nimmt Koch diese Zahl? Genaue Belege lassen sich nicht ausfindig machen. Die über solche Strafdelikte Aussagen treffenden Quellen lassen sich in den Kriminalstatistiken von Bund und Ländern finden. Zunächst mal trifft man dort auf eine Untermauerung der „Koch´schen Thesen“. Das Hessische Landeskriminalamt bestätigt für die letzten Jahre eine Zunahme an von Jugendlichen verübten Gewaltdelikten in Hessen. Allerdings gilt es zwei nicht ganz unwesentliche Punkte zu beachten. Seit 2005 ist bundesweit und auch im Speziellen für Hessen ein Rückgang besagter Gewaltdelikte zu verzeichnen. Wieso also äußert Koch erst 2008 seine Ideen vom veränderten Umgang mit straffällig gewordenen Jugendlichen? Wieso hat er nicht viel früher auf das Problem der Gewalt unter Jugendlichen aufmerksam gemacht; wieso nicht zu einer Zeit, da das Problem wesentlich akuter war? Diese Fragen lassen für mich leider nur eine Antwort zu: Es ist Wahlkampfzeit!<span> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;">Ein zweiter Punkt, der nicht unter den Tisch fallen sollte, ist folgende Tatsache: Laut Quellen der polizeilichen Kriminalstatistik verringerte sich die Anzahl der Jugendlichen und Heranwachsenden in der Tatverdächtigenstatistik in den letzten zehn Jahren um einen Anteil von über acht Prozent. Woran mag es liegen, dass dieser Trend nicht gleichsam auch für Hessen festzustellen ist? Die Vermutung liegt nahe, dass in Hessen im Bereich der Kriminalprävention und dabei insbesondere bei Kindern und Jugendlichen unzureichende Arbeit geleistet worden ist. Kochs Vorstoß bezüglich des Handlungsbedarfs im Bereich der Jugendgewaltprävention sollte somit als das betrachtet werden, was er wirklich ist: ein Eingeständnis einer verfehlten Politik der hessischen Regierung auf diesem Sektor und nicht ein wahlkampftaugliches Thema.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;">Abschließend sei darauf hingewiesen, dass der Umgang mit (Kriminal-)Statistiken immer einige Tücken birgt. Oftmals ist eine exakte Vergleichbarkeit nicht möglich. Erhebungsmethoden können sich unterscheiden, es finden nicht immer die gleichen Personengruppen Aufnahme in die Statistiken. Daher entbehrt es nicht einer gewissen Problematik mit diesem Datenmaterial zu argumentieren. Dabei sind sich die Kriminalstatistiker einig. Allerdings umgeht Koch dieses Problem man könnte fast sagen auf äußerst geschickte Weise: Er bezieht sich einfach gar nicht explizit auf eine bestimmte Statistik. Was bleibt also unter dem Strich? Reine Polemik? Reine Massenpolarisierung? Sollte an dem Vorwurf des Stimmenfangs im rechten Lager doch etwas dran sein? Oder hat sich der noch amtierende Ministerpräsident einfach nur gründlich verschätzt? Wollte er eine aufgeheizte Bevölkerungsstimmung, die von dem Münchner U-Bahn-Angriff zweier ausländischer Jugendlicher auf einen Rentner herrührt, für seinen Wahlkampf nutzen? Also doch alles nur Populismus in Zeiten des Wahlkampfs? Ob Koch den Wählern in Hessen damit zu viel zugemutet hat, ob der tatsächlich den Bogen überspannt hat, wird sich spätestens am Wahlabend zeigen. Die Frage nach Kochs Handlungsmotiven für seine hier kommentierten Aussagen kann letzten Endes aber nur er selbst beantworten. Schade, dass dem Bürger somit wieder einmal einige Antworten schuldig geblieben werden.<span> </span></p>
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		<title>Natur ade! Und das trotz Ökostrom?</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Jan 2008 12:06:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schrai77</dc:creator>
				<category><![CDATA[Natur]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Klimakatastrophe droht, der Kollaps unseres Planeten, die Menschheit steht vor der Vernichtung? Wie es genau um den Zustand unserer Welt bestellt ist, weiß keiner so genau. Die eine Expertise stellt einen Zusammenhang zwischen CO2-Ausstoß und Klimaerwärmung her, eine andere Expertise bestreitet diesen Zusammenhang. Es handele sich um einen natürlicher Prozess der Klimaerwärmung im Wechsel [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=deconthink.wordpress.com&amp;blog=1927437&amp;post=17&amp;subd=deconthink&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;">
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;">Die Klimakatastrophe droht, der Kollaps unseres Planeten, die Menschheit steht vor der Vernichtung? Wie es genau um den Zustand unserer Welt bestellt ist, weiß keiner so genau. Die eine Expertise stellt einen Zusammenhang zwischen CO2-Ausstoß und Klimaerwärmung her, eine andere Expertise bestreitet diesen Zusammenhang. Es handele sich um einen natürlicher Prozess der Klimaerwärmung im Wechsel zwischen Eiszeit und Warmzeit, einen Prozess, den es seit Bestehen der Erde schon immer gegeben hat. Natürlich fällt das Ergebnis einer solchen Expertise ganz im Sinne des Auftraggebers aus. Wie dem auch sei, es lässt sich keine eindeutige Aussage treffen. Wie so oft.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;">Da das Thema Klimawandel allerdings inzwischen in aller Munde ist, bemühen sich auch Wirtschaftsunternehmen um den Schutz unserer Umwelt. Schließlich verkauft sich ein Produkt schlecht, wenn im aktuellen Klimadiskurs ein Konsens über den Bedarf an Umweltschutz besteht, die Käufer und Verbraucher allerdings von einem Unternehmen wissen, dass dieses die Umwelt schädigt.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;">Somit gehen denn inzwischen auch Stromkonzerne vermehrt dazu über, Ökostrom anzubieten. Ein Endprodukt ist zumindest in Deutschland nicht leicht mit dem Label „Öko“ zu versehen; so hofft der Konsument zumindest. Selbst die großen Stromanbieter schafften es inzwischen Ökostrom anzubieten. Wunderbar, dass sich auch die Großen der Umwelt verpflichtet fühlen.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;">Die Realität sieht indessen anders aus. Es handelt sich um einen simplen Aufkauftrick, den unsere Regierung nicht zu unterbinden gedenkt. Die Großen kaufen Ökostromzertifikate an einer Strombörse für regenerative Energien auf. Dieser Ökostrom existiert allerdings nur auf dem Papier, ist rein virtuell. Ökostrom wird deshalb nicht in die Netze eingespeist, was ja auch unmöglich ist, denn diesen gibt es in Realiter gar nicht. Mit einem Umweltzertifikat kann Atomstrom käuflich zu Ökostrom umdeklariert werden. Der Verbraucher wird für dumm verkauft! Und was das schlimmste ist: Umweltschutz scheint zu einem käuflichen Gut verkommen zu sein. Der Kapitalismus macht eben auch vor solch paradoxen Auswüchsen nicht halt. Der Ausverkauf der Natur, so weit sind wir schon!</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;">Mein äußerst rudimentäres Wissen im Bereich der Wirtschaftswissenschaften sagt mir, dass Natur oder zumindest deren Bestandteile, wie die Luft zum Atmen und der Boden auf dem wir stehen, zu den freien und ubiquitären Gütern zählt. Die Natur gehört allen, mit ihr kann nicht gehandelt werden, sie ist nicht (ver)käuflich. Und dennoch wird sie mit solchen Tricks zu einem käuflichen, zu einem ökonomischen Gut umfunktioniert. Das Problem ist nur, es gibt Dinge, die sich neu produzieren lassen. Bei der Natur könnte es allerdings schwierig werden. Aber das ist egal, so lange die großen Bosse sich noch die Taschen füllen können. Natur ade! Es war eine schöne Zeit! Aber irgendwann muss schließlich jeder einmal gehen. Der Lauf der Dinge, der Lauf der Welt. Nur dieses Mal gehen wir alle mit! Was soll’s, ich habe mir nichts vorzuwerfen, ich habe doch Ökostrom gekauft!<span> </span><span> </span></p>
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		<title>Ein wahrhaft Schreibender &#8211;</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Jan 2008 11:02:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schrai77</dc:creator>
				<category><![CDATA[Person]]></category>

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		<description><![CDATA[Denn Tagelöhner ist er nie gewesen Witzig? Ja witzig ist er auf jeden Fall? Gewitzt? Wo ist denn da der Unterschied? Aber ja! Gewitzt ist er auch! Ein Glossenschreiber par excellence. Ja das war er! Da konnte im keiner das Wasser reichen? Was das überhaupt ist, eine Glosse? Na da spalten sich die Geister. Journalistische [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=deconthink.wordpress.com&amp;blog=1927437&amp;post=16&amp;subd=deconthink&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em><span style="font-size:14pt;">Denn Tagelöhner ist er nie gewesen</span></em></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;">
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;">Witzig? Ja witzig ist er auf jeden Fall? Gewitzt? Wo ist denn da der Unterschied? Aber ja! Gewitzt ist er auch! Ein Glossenschreiber par excellence. Ja das war er! Da konnte im keiner das Wasser reichen? Was das überhaupt ist, eine Glosse? Na da spalten sich die Geister. Journalistische Darstellungsformen: Die Unterscheidung zwischen diesen fällt schwer. Der eine sagt dies, der andere das. Allesamt sagen sie nicht viel; in ihrer eigenen Welt, in der Welt von Medien und Journalismus aber doch. Zurück zum Wort Glosse. Ironie, Satire, Wortspiel, Paradoxie, Verfremdung; allesamt als Elemente des Glosse aufgeführt. Wenn es so ist, dann besteht kein Zweifel. Dann war er ein Meister seines Faches, dann war es das Paradebeispiel für einen Vertreter dieser Gattung.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;">Kurze Sätze, messerscharf formuliert, fragmenthaft, dadurch spannend, sich über Regeln des Schreibens hinwegsetzend, eine ganz eigene Art, ein ganz eigener Stil, immer reflektiert, niemals langweilig, immer neu, immer aktuell und niemals so wie andere. Individuell, ganz eigen, nie Mainstream, nie auf der Suche nach der guten Story, weil die musste er nie suchen. Bekannte Persönlichkeiten, ja darüber muss man schreiben, will man eine breite Leserschaft erreichen. Darüber hat er nie geschrieben. Auch an andere Regeln des Publizierens hat er sich nicht gehalten. Und darum war es auch so, wie es war und wie er selbst feststellte: “Nur ist da eines – o völkische Schmach! Komisch: uns macht keiner nach.“ Ein Nachteil, in seinen Augen wohl eher nicht; eher ein Kompliment an sein Schaffen. Keine Bestseller sollten es sein, die er schrieb; Gedanken waren es, die zählten; aber dafür waren es eigene, kein Abkupfern, kein Kapitalismus, kein Tagelöhnerwerk, Journalismus im klassischen Sinne ist das nicht, viel zu individuell, zu kritisch, zu satirisch, zu ironisch.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;">Man mag es mir nachsehen. Schändlich; eine Anbiederung. Aber was soll ich machen. Ich bin nicht ein Genie, so wie er es war, mir wurde nicht die gleiche Begabung in die Wiege gelegt. Und auch wenn ich in meiner Huldigung versuche die Sprachstilistik des zu Huldigendem in einigen Sätzen nachzuahmen, so kann es sich immer nur um einen stümperhaften Versuch einer solchen handeln. Es gibt leider nur wenige, die diese unnachahmliche Begabung aufweisen. Ob der Versuch der Nachahmung rechtens ist oder es eher benannte Anbiederung oder sogar Schande ist? Ich vermag es nicht zu sagen. Eins ist indes sicher: Er gehörte mit Sicherheit dazu. Zum erlauchten Kreis derjenigen Personen, denen unsere Sprache ein wirklicher Freund ist. Von diesen gibt es nicht allzu viele. Und neben diesem erlauchten Kreis gibt es da noch diese, die mit ein wenig Begabung, vielleicht auch noch mit einem Schuss Idealismus versuchen, die Welt mit ihren Worten zu verändern. Leider hat die Welt dann auch noch zahlreiche von diesen zu bieten: Sie schreiben nicht des Schreibens willen, sie schreiben nicht des Veränderns willen; SIE schreiben, um sich an den Fleischtöpfen des Kapitalismus zu laben – und versalzen denen, die wahrhaftig SCHREIBEN, die Suppe. In seinen Gedanken zu Schriftstellerei und Stil merkt Schopenhauer zu diesen Personen an: „Man erkennt sie daran, dass sie ihre Gedanken möglichst lang ausspinnen und auch halbwahre, schiefe, forcierte und schwankende Gedanken ausführen, auch meistens das Helldunkel lieben, um zu scheinen, was sie nicht sind; weshalb ihrem Schreiben Bestimmtheit und volle Deutlichkeit abgeht.“ Genau diese fehlende Bestimmtheit und Deutlichkeit sind es, die den Freunden der Sprache nicht abgeht. Und dies unterscheidet sie dann auch in aller Deutlichkeit und Bestimmtheit von der Personengruppe der Tagelöhner, der „Für-Geld-Schreiberlinge“, der Auftragsarbeiter und „Halbwahrheitsverbreiter“. Sollte man die Sätze einer dieser Gattung „Schreiber“ – wobei dieses Wort in dem Zusammenhang eigentlich eher unpassend ist – angehörenden Person auf Inhalt, Sinn, ja auf den darin geäußerten Gedanken an sich untersuchen, würde nichts übrig bleiben. Auffallen würde indes ein Gerüst grammatikalisch schwerfälliger Gebilde, denen allerdings keine Aussage innewohnt. Worte nur der Worte wegen, so etwas hat es bei ihm, den Meister nie gegeben. „Verwickelte Dinge kann man nicht simpel ausdrücken; aber man kann sie einfach ausdrücken. Dazu muß man sie freilich zu Ende gedacht haben, und man muss schreiben, ohne dabei in den Spiegel zu sehn.“ So sieht er es. Die Aussage war und ist bei ihm immer im Vordergrund, kein Wort, das sich nicht Ideen und Gedanken, das sich nicht Antrieb des Textverfassens unterzuordnen vermochte.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;">Ist es Stümperei, ist es der Weg dahin, beim Besteigen des Berges den lächerlichen Bergstock abzulegen und zu einem weniger oder vielleicht sogar überhaupt nicht lächerlichen Stock zu greifen? Wie diese Analogie zu verstehen ist, sollte der Leser bei „Die Essayisten“ nachlesen. Vielleicht wird dieses Nachlesen zu einem Einstieg in eine neue Welt oder zumindest, &#8211; so auch für mich &#8211; zu einer Erweiterung des Horizontes. Vielleicht bewirkt es gar nichts. Dann lässt sich das auch nicht ändern. Aber eins ist gewiss. Er, Kurt Tucholsky war einer der ganz Großen in seinem Metier. Schön wäre es, wenn er mir einen seiner Bergstöcke leihen könnte, um neue Höhen zu erklimmen. Aber wahrscheinlich ist es besser, sollte der Bergstock für mich irgendwann von selbst seine Lächerlichkeit verlieren, mir als reines Hilfsmittel dienen. Jedenfalls habe ich eines gelernt: Der Bergstock sollte nicht simpel aber einfach sein, Zweckdienlich, leicht zu handhaben, aber dennoch alle wesentlichen Erfordernisse erfüllend.<span> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;">Wesentlicher ist aber der Berg, der Bergstock ist nur Mittel zum Zweck, soll einen sicher und präzise zum Ziel bringen. Auch wenn es einen weniger beschwerlichen Weg geben sollte irgendwo im Tal, führt dieser meistens nicht zum gleichen Ziel. Orientieren sollte man sich stets an dem Gipfelstürmer, einholen muss man diesen nicht, kann man aber. Jedenfalls wird man als Wanderer im Tal niemals in die Verlegenheit kommen, in die Nähe des Gipfels zu gelangen. Und wer niemals in seinem Leben die frische Brise zumindest aus der Nähe des Gipfels eingeatmet hat, wird trotz aller scheinbaren Erfolge niemals wirklich zufrieden sein. Ich jedenfalls sage Dank einem Kurt Tucholsky, der mir eine Einsicht vermittelt, wie es ist, seine Brise zu atmen, um den Wunsch zu verspüren, eigens einmal in diesen Genuss zu kommen. <span> </span></p>
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