Philosophie
Es gibt keine absolute Wahrheit. Es gibt immer nur die eine und die andere Seite, immer nur kontingente und subjektive Wahrheitsbilder. Es existiert kein richtig und falsch, keine Objektivität. Weltbilder konstruieren sich anhand von Dichotomien und Antagonismen. Dieser Verkürzung und Marginalisierung gilt es, entgegen zu wirken. Es gilt, diese Weltbilder zu dekonstruieren und den unterdrückten Diskursen das Wort zu ermöglichen.
Diese (An)Sätze beschreiben auch den Ansatz und Anspruch meiner journalistischen Arbeit. Nicht überzeugen, sondern Anstoß zum Denken liefern, nicht einseitig informieren, sondern immer auch den Blick auf das Andere haben, keine Vorurteile aufgreifen, sondern möglichst wertfrei darstellen…
Auch wenn dieser Anspruch vermutlich nicht völlig zu verwirklichen ist – niemals ist man völlig vorurteilsfrei, niemals kann man objektiv informieren, niemals schafft man es, alle Seiten einer Geschichte (gleichberechtigt) darzulegen -, so dient er trotzdem als unerreichbare Maxime, als Ideal, als Ansporn, seine eigene Arbeit immer wieder kritisch zu betrachten und zu hinterfragen.
Wichtig ist nicht die Verwirklichung, sondern der Versuch, sich dem eigenen Anspruch so weit wie möglich anzunähern, das Nacheifern nach einem als Ideal empfundenen Zustand…